Aus der Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Pfarrei Penzberg (1999): 

Die letzten Jahre

Gründung der Pfarrei Steigenberg

Es ist ein guter Grundsatz, dass Kirchenbauten dort entstehen sollen, wo viele Menschen ihren Wohnbereich haben. In den Jahren um 1960 entstand ein neuer Stadtteil in Steigenberg-Fischhaber.

Am 11. Sept. 1964 wurde dort ein neues Gotteshaus geweiht. Die Kirche erhielt den Namen "Unsere Liebe Frau von Wladimir" -benannt nach einer berühmten Marienikone aus Russland.

 

Der soziale Dienst der Pfarreien

Eine der ersten großen Aktionen der Pfarrei war 1918 die Gründung des Bauvereins durch die Mitglieder des Katholischen Arbeitervereins zusammen mit dem damaligen Pfarrer Adolf Pfeiler. Für viele Menschen konnten dringend benötigte Wohnungen gebaut werden.

Ebenso entstand neben der damaligen Barbarakirche ein Kinderheim, das sich der hilfsbedürftigen Kinder annahm. 1969 wurde dieses Kinderheim nach Steigenberg verlegt unter dem neuen Namen "Jugendhaus Don Bosco".

Nach dem 1. Weltkrieg wurde in Penzberg die Ambulante Krankenpflege ins Leben gerufen. Bis heute sind hier Schwestern der Krankenfürsorge des Dritten Ordens im Einsatz.

Die Caritasarbeit bewährte sich gerade in der schwierigen Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als viele Menschen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben worden waren.

In den vergangenen Jahren entstanden im kirchlichen Raum einige Beratungsstellen, die verschiedene Hilfen in schwierigen Lebenssituationen anbieten. Darüber hinaus wurden ein kirchlicher Kindergarten in Steigenberg erbaut sowie Selbsthilfegruppen ins Leben gerufen (Gruppe "Spaßvögel", MS- und Körperbehinderte, Lemhilfe, zwei Kreuzbundgruppen für Menschen mit Suchtproblemen).

 

Lichtblicke in der Geschichte der Penzberger Pfarreien

Eine lebendige Jugendarbeit gehört sicher zu den Fundamenten einer Pfarrgemeinde. In vielen Jugendgruppen wurde etwas vermittelt, was nicht messbar ist, was aber bei einer großen Zahl von Mitgliedern wesentlich zu einer guten Persönlichkeitsbildung beitrug. Einige Mitglieder dieser Jugendgruppen übernahmen später wichtige Dienste im Raum unserer Diözese und im staatlichen Bereich.

Mit der Jugendbewegung verbunden war die liturgische Bewegung, die Sorge um den Gottesdienst. Sichtbares Dokument für das liturgische Engagement ist der freistehende Altar in der Christkönigskirche. Er wurde zu einer Zeit errichtet, als es weit und breit noch üblich war, dass der Priester den Gottesdienst mit dem Rücken zum Volk zelebrierte.

Zu den Lichtblicken in unseren Pfarreien gehört vor allem die unermüdliche Mitarbeit vieler Pfarreimitglieder. Unzählige Stunden wurden ehrenamtlich geleistet, ungezählte Dienste wurden übernommen.

Die Pfarreien bewiesen hier schon früher viel Weitblick, indem sie auch ehrenamtliche Mitarbeiter mit Aufgaben betrauten.

 

Aus der Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Pfarrei Penzberg (1999)