Umwelt-Tipp

Schöpfung im August und September:

Waschen Sie ihre Hände in Unschuld?

Natürlich verwenden auch Sie Wasser zum Händewaschen. In Deutschland werden rund 36 % des Trinkwassers für die Körperhygiene verwendet. Ein enormer Anteil wird die Toilette hinunter gespült: 27 %, also mehr als doppelt so viel, wie für Wäschewaschen verbraucht wird. Lediglich 4 % werden für die Zubereitung von Nahrung eingesetzt. Man sollte sich vielleicht neue Begrifflichkeiten überlegen, um den Verwendungszweck klar zu stellen.

Wie dem auch sei, in Deutschland verbraucht jeder 123 Liter Trinkwasser pro Tag. Das ist weniger als 1995 (147 l) und etwa die Hälfte von dem, was in den 1970er-Jahren prognostiziert wurde. Abgesehen von einer fragwürdigen Grundeinstellung wäre auch das Dreifache des Wasserverbrauchs noch nicht lebensbedrohlich. Deutschland ist ein wasserreiches Land.

Völlig anders sieht es allerdings aus, wenn man zum direkten Wasserverbrauch den indirekten hinzuzählt, also den Wasserverbrauch, der zur Erzeugung von Konsumgütern und von Lebensmitteln in der Landwirtschaft benötigt wird. Die Landwirtschaft hält dabei z.B. einen Anteil von 70 %.

Der indirekte Verbrauch von Wasser lässt sich noch weiter aufschlüsseln. Ein Teil fällt hier in Deutschland an. Der überwiegende Teil der „durstigen“ Lebensmittel wird allerdings importiert. Denken Sie an Kaffee, Kakao, Baumwolle, Sojabohnen, Schweine- und Rindfleisch. Importiert wird meist aus Ländern, in denen Wasser leider eher Mangelware ist: Brasilien, Elfenbeinküste, Frankreich, Türkei, Niederlande sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Übrigens: Indirekt verbraucht jeder Einwohner im täglichen Durchschnitt fünftausend Liter Wasser. Das ist doch ein lohnender Ansatzpunkt zum Überlegen. Denken Sie darüber nach.

Deutschland hatte sich verpflichtet, die Emission von Treibhausgasen bis 2020 um 40% gegenüber 1990 zu vermindern. Nach neuesten Berechnungen des Umweltbundesamts erhöhten sich sogar die Emissionen um 5,4 Mio Tonnen gegenüber 2015. Das bedeutet, wir haben nun knapp 28% erreicht. Und das reicht einfach nicht.