Umwelt-Tipp

Schöpfung im Monat September: Wieviele Sklaven haben Sie?

Schauen Sie, wenn Sie Gemüse kaufen, manchmal auf das Herkunftsland? Im Supermarkt oder beim Discounter findet man oft Gemüse und Obst aus Spanien oder Italien. Sogar vom Weltall aus sind die riesigen Anbauflächen in diesen Ländern sichtbar. Die geerntete Ware sieht gut aus und ist nicht teuer. Hier liegt vermutlich das Problem.

Was die hübschen Webseiten der Hersteller nicht zeigen, hat ein Team von Journalisten jetzt aufgedeckt. Der Anbau, die Ernte und die Verpackung der Ware werden auf dem Rücken der Ärmsten durchgeführt. Weder werden soziale Mindeststandards eingehalten noch gesetzliche, geschweige denn tarifliche Löhne bezahlt. Ohne Schutzkleidung und entsprechende Schulung spritzen Arbeiter Pestizide. Wer nicht mehr arbeiten kann, wird ersetzt.

Es gibt einen florierenden Menschenhandel. Riesige Slums sind neben den Anbauflächen entstanden. Laut dem Bericht erhalten die Landwirte (oder besser: „Unternehmer“) staatliche und europäische Fördergelder. Die Politik schaut zu.

Was tun?

Versuchen Sie, Ihr Obst und Gemüse regional und saisonal zu kaufen. Das bringt auch gesundheitliche Vorteile.

Wir Verbraucher können durchaus etwas verändern. Dazu gehört, das eigene Verhalten und die eigene Einstellung zum Einkaufen zu überprüfen und wahrscheinlich auch neu auszurichten. Das nicht so einfach, wenn man z. B. beim normalen Einkaufen zunächst den Eindruck hat, selbst nichts falsch zu machen.

Kaufhilfen sind die Siegel der Anbauverbände Bioland, Naturland und Demeter, aber auch das Fairtrade Siegel.

Informieren Sie sich. Hören oder schauen Sie sich die Reportage „Europas dreckige Ernte“ in der Mediathek des Bayerischen Fernsehens an (Link kopieren und in die Browserzeile eingeben):

https://www.br.de/mediathek/podcast/aufgedeckt-der-investigative-podcast/europas-dreckige-ernte-1-auf-der-suche-nach-europas-sklaven/1002954  (zum Hören: Folge 1 bis 4)

https://www.br.de/mediathek/video/mehrwert-reportage-02082018-europas-dreckige-ernte-das-leid-hinter-dem-geschaeft-mit-obst-und-gemuese-av:5b2a451df2b3990012e52a15

Sie können auch einfach im Internet nach dem Titel der Sendung suchen: „Europas dreckige Ernte“