Umwelt-Tipp

Schöpfung im Monat Juli: Plastikzeitalter!

Jede Sekunde werfen wir, die Menschen, neunzig Kilo Plastik in die Meere: Tüten, Kanister, Flaschen. Mehr Plastik als Plankton schwimmt in den Meeren. Ein großer Teil sammelt sich in fünf, inzwischen bestens bekannten, riesigen Wirbeln.

Verschiedene Nationen haben begonnen diese Art der Müllentsorgung einzudämmen, hauptsächlich durch Vermeidung. Aber was ist mit den unglaublich großen Mengen, die bereits im Meer treiben? Der natürliche Abbau, so hat man errechnet, dürfte etwa 80 000 Jahre dauern, eine leidvolle Zeit für alle Meeresbewohner.

„Es gibt keine Technologie, die die Meere reinigen kann.“ Diese Aussage machten vor etwa fünf Jahren die Experten. Auch heute wird noch bezweifelt, dass eine Filterung dieses Ausmaßes möglich ist.

Ein 24 jähriger Niederländer, Boyan Slat, ist überzeugt, diese Aufgabe zu bewältigen. Seit etwa sieben Jahren widmet er diesem Thema alle Energie. Er fand einen Lösungsansatz, suchte Mitstreiter und sammelte Geld. Heute ist er Chef der Firma „The Ocean Cleanup“ und hat inzwischen einen Prototyp entwickelt, der im September 2018 im Pazifik in Betrieb ging: eine 600 Meter lange, V-förmige, schwimmende Barriere, die sich dem Plastik in den Weg stellt. Der gesammelte Müll wird einige Male im Jahr mit Schiffen abtransportiert.

Hört sich einfach an. Aber es ist ein steiniger Weg, bis das System zuverlässig arbeitet. Im Januar dieses Jahres musste die Anlage zurück an Land geschleppt werden. Boyan Slat bleibt dennoch zuversichtlich und will die wenigen Erkenntnisse in den Bau der zweiten Anlage einfließen lassen.

Sein Plan wird in der Fachwelt überwiegend als unvernünftig bezeichnet. Es sei besser, Geld und Kraft in die Linderung (Vermeidung von Plastikmüll) zu stecken anstatt in die Heilung (Beseitigung des Drecks). Warum aber muss es „Entweder – Oder“ sein?