Umwelt-Tipp

Schöpfung im Monat Juni: Lassen Sie nichts anbrennen!

Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, seinen eigenen Geschmack und natürlich seine eigene Meinung. Nehmen wir beispielsweise das Thema Grillen, nein nicht die Insekten, sondern die Tätigkeit der Essenszubereitung, der wir überwiegend in der wärmeren Jahreszeit nachgehen.

Beim Brennstoff fängt die Differenzierung schon an: Gas-, Elektro- oder Holz­kohlegrill. Da uns ausschließlich die Umwelt interessiert, fällt ein Holzkohle­grill schon durchs Raster. Im Hinblick auf die Schadstoffentwicklung (Fein­staub, CO, CO2 und karzinogene Stoffe) schneiden Gas- und Elektrogrill einfach besser ab. Wenn es schon Holz sein muss, dann wenigstens mit DIN-Prüfzeichen und FSC Siegel. Zusätzlich sollten Sie einen umweltfreund­li­chen Grillanzünder verwenden. Was gar nicht geht, ist ein Einweggrill. Daran ist nichts nachhaltig! (Erst recht, wenn man ihn dann einfach stehen lässt.)

Viel wichtiger für die Umweltbilanz ist allerdings die Auswahl des Grillguts. Die Verwendung von Rindfleisch und Grillkäse erzeugt 20 % mehr klima­schädliche Emissionen als Gemüse und Schweinefleisch. Das ergab eine Ökobilanz-Studie des TÜV Rheinland. Betrachtet man den gesamten Lebensweg, dann sollte man -wen wundert dies- weniger Fleisch und mehr Gemüse essen bzw. auch grillen. Rezepte hierfür findet man ohne große Mühe. Selbst Obst lässt auf Spieße stecken und grillen.

Vermeiden Sie bitte Einweggeschirr. Wenn Sie unterwegs sind, vergessen Sie nicht, alles wieder mit nach Hause zu nehmen. Denken Sie einfach an das Verursacherprinzip.

Zum Grillen sind wiederverwendbare Schalen aus Edelstahl, Keramik oder mit Emaillebeschichtung wesentlich besser als Alufolie oder Aluschalen. Laut Umweltbundesamt soll der direkte Kontakt von säurehaltigen und salzigen Speisen mit Aluminium vermieden werden, da Alu dabei auf die Lebensmittel übergehen kann.

Nun kann es losgehen. Laden Sie ein paar Leute ein und genießen Sie das Essen und die Gemeinschaft.

Denken Sie an die Nachbarn. Auch Lärm schädigt die Umwelt. Reduzieren Sie ggf. die Lautstärke oder gehen nach drinnen, wenn es später werden sollte. Dann „brennt“ auch nach dem Grillen nichts an.

 

Deutschland hatte sich verpflichtet, die Emission von Treibhausgasen bis 2020 um 40% gegenüber 1990 zu vermindern. Nach neuesten Berechnungen des Umweltbundesamts erhöhten sich sogar die Emissionen um 5,4 Mio Tonnen gegenüber 2015. Das bedeutet, wir haben nun knapp 28% erreicht. Und das reicht einfach nicht.