Umwelt-Tipp

Schöpfung im Monat Mai: Zeigt her eure Schuhe….!

Jeden Tag trampeln wir auf ihnen herum, aber haben wir uns schon mal näher mit solch einem Schuh befasst?

Wie bei inzwischen so vielen Dingen ist etwas in Schieflage geraten, wenn man sich die Anteile der Beteiligten an der Wertschöpfung einmal betrachtet.

Es beginnt, wie bei Kleidung im Allgemeinen, in Asien. Dort werden beispielsweise die meisten Turnschuhe genäht. Dort entsteht der Schuh, den Sie „hier bei uns“ für 100 € kaufen können. Davon erhält eine Näherin 0,40 € (für ein Paar Schuhe).

Wer kann sich vorstellen, was es bedeutet, pro Tag 16 Stunden lang Schuhe zu nähen? Sie nähen Schuhe, auch wenn sie krank sind, bei 40 Grad Hitze in einer riesigen Arbeitshalle und bei einem Lärmpegel, der kaum zum Aushalten ist. Sie nähen Schuhe und atmen eine Luft, die angereichert ist von Feinstaub und giftigen Ausdünstungen der verwendeten Materialien.

Es gibt keine Arbeitnehmerrechte und schon gar keine  Kündigungsfrist. Die Näherinnen teilen ihr Leid mit tausenden anderen Menschen. Und draußen vor der Tür warten tausend andere auf ihren Platz, bis er frei wird.

Wer bekommt den Rest der 100 €? Das Schuhgeschäft behält 50 € und die Marke 33 €. Außerdem fallen Materialkosten von
8 € sowie Transportkosten und Steuern von 5 € an. Der Fabrikbesitzer behält 2 € und rechnet für die Produktionskosten noch 2 € dazu.

Ist das alles gerecht? Es gibt fair gehandelte Kleidung und Schuhe. Aber leider noch nicht an jeder Ecke.